Was die Bäckerei im türkischen Supermarkt besonders macht
Zurück zum Magazin

Was die Bäckerei im türkischen Supermarkt besonders macht

BM
Bereket Team

Wer einem türkischen Supermarkt betritt, merkt es meistens schon an der Tür. Geröstetes Mehl, heiße Hefe, Sesam. Der Geruch kommt aus dem hinteren Teil des Ladens, wo ein Steinofen steht und jemand Teig knetet.

Nicht jeder türkische Supermarkt hat eine eigene Bäckerei. Aber die, die eine haben, wissen warum sie einen Vorteil bringt: Frischware verkauft sich. Und frisches Brot am Morgen bringt Kundschaft, die dann auch den Rest des Einkaufs erledigt.

Was dort gemacht wird

Der Standard in gut sortierten türkischen Supermärkten mit Bäckerei:

Simit ist das Basisprodukt. Ringförmiges Hefegebäck, außen knusprig durch Sesam und eine kurze Tauchung in Traubensirup vor dem Backen, innen weich. In Istanbul ist Simit Straßenessen, morgens und nachmittags. In deutschen türkischen Supermärkten kostet ein frisches Simit zwischen 50 Cent und einem Euro. Zum Vergleich: In der Türkei ist es Straßenessen für wenige Kuruş. Aber der Unterschied zum Simit aus der Tiefkühltruhe ist trotzdem deutlich.

Pide ist das Fladenbrot, das in Deutschland oft mit dem Ramadan-Pide verwechselt wird. Das Ramadan-Pide ist oval, weich, mit Sesam und Schwarzkümmel belegt und wird nur im Fastenmonat gebacken. Das normale Pide ist dünner, weicher, neutral im Geschmack und eignet sich für alles — zum Eintunken in Meze, als Beilage, aufgebacken am nächsten Tag.

Poğaça sind salzige Hefeteilchen, oft mit Käse oder Olive gefüllt. In der Türkei ist Poğaça Frühstück, Bäckereisnack und Pausenessen. In deutschen türkischen Supermärkten mit Bäckerei gibt es sie meistens frisch, manchmal noch warm.

Lahmacun, oft als "türkische Pizza" beschrieben, ist ein hauchdünner Teigfladen mit gewürztem Hackfleisch belegt und im Ofen gebacken. Frisch, aus dem Steinofen, mit frischen Kräutern und einem Spritzer Zitrone — das ist eine andere Kategorie als das, was in deutschen Dönerläden unter diesem Namen läuft.

Warum Steinofen einen Unterschied macht

Ein Steinofenbrot wird bei höherer und gleichmäßigerer Temperatur gebacken als ein normaler Haushaltsofen. Die Hitze kommt von unten und ringsum. Das Ergebnis: Kruste, die tatsächlich knusprig ist, und eine Krume, die Feuchtigkeit besser hält.

Brot aus dem Steinofen bleibt länger frisch als Supermarktbrot aus der Fabrik — nicht weil es Konservierungsstoffe hat, sondern weil die Backtemperatur die Stärkestruktur anders setzt. Am zweiten Tag noch im Ofen aufgebacken ist es oft besser als frisch vom Discounter.

Das ist kein Marketing. Es ist eine Frage der physikalischen Verhältnisse beim Backen.

Wann man kaufen sollte

Die meisten türkischen Bäckereien im Supermarkt starten morgens. Simit und Poğaça sind oft ab 7 oder 8 Uhr frisch. Pide etwas später. Lahmacun meistens ab Mittag, wenn Öfen auf Betriebstemperatur sind.

Wer nachmittags kommt, nimmt oft das letzte Stück oder das, was übrig geblieben ist. Wer morgens kommt, hat die Wahl.

Einfrieren funktioniert für fast alle Produkte aus der Bäckerei. Simit und Pide eingefroren, morgens kurz in den Ofen: gut. Poğaça lässt sich aufwärmen. Lahmacun einfrieren ist möglich, verliert aber mehr Qualität als die anderen Produkte.

Was das mit dem Rest des Einkaufs zu tun hat

Die Bäckerei ist kein Anhängsel des Supermarkts. Sie ist oft der Grund, warum Stammkunden regelmäßig kommen. Wer weiß, dass es morgens frisches Simit gibt, kommt auch morgens — und kauft dabei Milch, Käse, Obst und Gewürze.

Für den Laden ist die Bäckerei ein Anker. Für die Kunden ist sie ein Ritual. In vielen türkischen Städten ist der Weg zum Bäcker ein täglicher Ausflug, nicht ein wöchentlicher Großeinkauf.

Das lässt sich auch in Deutschland so machen, wenn man den richtigen Laden gefunden hat. Auf Bereket Market siehst du, welche Märkte in deiner Nähe eine eigene Bäckerei haben.

Finde deinen Markt

Entdecke die besten türkischen und orientalischen Supermärkte in deiner Nähe. Alle Standorte, Öffnungszeiten und Angebote auf einen Blick.