Safran: Das rote Gold der Küche
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Safran: Das rote Gold der Küche

BM
Bereket Team

Es gibt Gewürze, die man einfach riechen und sofort versteht, warum sie ihr Gewicht in Gold wert sind. Safran ist so eines. Dieses rote Wunder aus getrockneten Narben des Krokus Crocus sativus ist das teuerste Gewürz der Welt – und das völlig zu Recht. Ein Gramm kann zwischen 10 und 30 Euro kosten, je nach Qualität. Aber was macht ihn so besonders, und wie stellst du sicher, dass du nicht auf billige Fälschungen hereinfällst?

Die uralte Geschichte des roten Goldes

Safran ist kein moderner Hype. Die Geschichte dieses Gewürzes reicht über 3.500 Jahre zurück. Ursprünglich stammt der Safran-Krokus vermutlich aus Kleinasien oder Persien – dem heutigen Iran, der auch heute noch mit Abstand der größte Produzent ist. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer nutzten ihn als Parfüm, Heilmittel, Farbstoff und natürlich zum Würzen. Kleopatra soll vor Verabredungen in safrangetränktem Wasser gebadet haben – ob das stimmt, sei dahingestellt, aber es zeigt den Stellenwert.

Im Mittelalter gelangte Safran dann über Handelswege nach Europa. Die Stadt Basel wurde sogar kurzzeitig zur Safran-Metropole, bevor der Anbau aus wirtschaftlichen Gründen wieder verschwand. Heute wird hochwertiger Safran vor allem im Iran, in Griechenland, Marokko und in der spanischen Region La Mancha angebaut. Der spanische Safran hat eine geschützte Herkunftsbezeichnung – ähnlich wie Champagner oder Parmesan.

Wie Safran angebaut wird – eine Frage der Geduld

Der Anbau von Safran ist pure Handarbeit. Jedes Jahr im Herbst, meist im Oktober, blühen die lila Krokusse für nur etwa zwei bis drei Wochen. Jede Blüte hat exakt drei rote Narben – das ist der Safran. Diese Narben müssen von Hand aus der Blüte gezupft werden, bevor sie welken. Ein einziger Arbeiter schafft an einem guten Tag vielleicht 60 bis 80 Gramm getrockneten Safran. Für ein Kilogramm braucht es rund 150.000 bis 200.000 Blüten.

Die Knollen werden im Sommer gepflanzt, brauchen trockene, heiße Sommer und kühle Winter. Nach dem Pflücken werden die Narben schonend getrocknet – entweder in der Sonne oder bei niedriger Temperatur im Ofen. Dabei verlieren sie bis zu 80 Prozent ihres Gewichts. Was übrig bleibt, ist das kostbare Aroma: erdig, blumig, leicht bitter und irgendwie an Honig und Heu erinnernd.

Echten Safran erkennen – die Tricks der Fälscher

Weil Safran so teuer ist, wird er leider oft verfälscht. Die gängigsten Tricks: getrocknete Ringelblumenblüten, Saflor, Kurkuma oder sogar gefärbte Pflanzenfasern werden als Safran verkauft. Manchmal wird echter Safran mit billigerem Material gestreckt. Woran erkennst du also die echte Ware?

Erstens: Der Preis. Ein Gramm echter Safran kostet nie unter fünf Euro – eher zehn oder mehr. Alles, was günstiger ist, ist mit ziemlicher Sicherheit eine Mischung oder komplett gefälscht. Zweitens: die Optik. Echte Safranfäden sind trichterförmig, oben etwas dicker und rot bis orangerot. Sie sind trocken, aber nicht brüchig. Färben sie deine Finger sofort knallgelb, ist das ein Warnsignal – echter Safran färbt kaum ab.

Drittens: der Wassertest. Leg einen Faden in lauwarmes Wasser. Echter Safran färbt das Wasser langsam und gleichmäßig goldgelb – nicht knallorange oder rot. Die Fäden behalten ihre Form, zerfallen nicht zu Brei. Und viertens: der Geruch. Riecht es nach Heu, Honig und leicht metallisch? Dann bist du auf der sicheren Seite. Riecht es nach nichts oder muffig, lass die Finger davon.

Wie du Safran richtig verwendest – und nicht verschwendest

Das größte Missverständnis beim Kochen mit Safran: einfach ein paar Fäden ins Gericht werfen. So entfaltet sich kaum Aroma. Stattdessen solltest du die Fäden vorher in etwas warmer Flüssigkeit ziehen lassen. Ein Esslöffel Milch, Brühe oder Wasser – je nach Gericht – für zehn bis fünfzehn Minuten reicht völlig. Dann die Flüssigkeit samt Fäden ins Essen geben. So wird das volle Aroma freigesetzt.

Safran ist extrem ergiebig. Eine Prise – also etwa zehn bis fünfzehn Fäden – reicht für ein Gericht für vier Personen. Mehr ist nicht besser, es kann sogar bitter und medizinisch schmecken. Typische Gerichte sind Paella, Risotto alla Milanese, Bouillabaisse oder persischer Safranreis. Aber auch in Gebäck, Eiscreme oder Tee macht Safran eine hervorragende Figur.

Wichtig: Safran mag keine lange, heiße Kochzeit. Gib ihn erst gegen Ende der Garzeit dazu, sonst verfliegt das feine Aroma. Und bewahre ihn unbedingt trocken, dunkel und luftdicht auf – am besten in einem kleinen Glas. Gemahlener Safran verliert viel schneller sein Aroma, kaufe lieber ganze Fäden und mahle sie kurz vor Gebrauch in einem Mörser.

Mein Fazit für dich

Safran ist kein Gewürz für jeden Tag – das wäre auch viel zu schade. Aber wenn du ihn richtig dosierst und vorbereitest, verwandelt er ein einfaches Gericht in etwas Besonderes. Kauf bewusst, prüf genau und lass dich nicht von vermeintlichen Schnäppchen locken. Der echte Safran belohnt dich mit einem Aroma, das du so schnell nicht vergisst. Probier es beim nächsten Mal mit einem persischen Reisgericht – und du wirst verstehen, warum dieses rote Gold seit Jahrtausenden so begehrt ist.

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