
Kısır — Türkischer Bulgursalat
Kısır kommt ohne Herd aus, hält sich tagelang im Kühlschrank und wird bei jeder türkischen Familienfeier in großen Mengen gemacht. Zu Recht.
Vorbereitung: 25 Min plus 20 Min Quellzeit · Kochzeit: keine · Portionen: 4-6 · Schwierigkeit: Einfach
Zutaten
Für den Salat
- 200 g feiner Bulgur (Köftelik Bulgur, nicht der grobe)
- 2 EL Tomatenmark
- 1 EL Paprikamark (Biber Salçası, oder mehr Tomatenmark)
- 250 ml heißes Wasser
- 1 Bund Petersilie — fein gehackt
- 1/2 Bund Minze — fein gehackt
- 4 Frühlingszwiebeln — fein geschnitten
- 1 kleine Salatgurke — fein gewürfelt
- 2 Tomaten — fein gewürfelt
- 1 grüne Spitzpaprika — fein gewürfelt
Für das Dressing
- 4 EL Olivenöl
- 3 EL Zitronensaft
- 1 EL Granatapfelsirup (Nar Ekşisi, optional aber empfehlenswert)
- 1 TL Kreuzkümmel
- 1 TL Chiliflocken (Pul Biber, nach Geschmack)
- Salz nach Geschmack
Zum Servieren
- Salatblätter (Römersalat oder Kopfsalat, zum Einwickeln)
- Zitronenspalten
Zubereitung
1. Bulgur quellen lassen
Vermische den Bulgur mit Tomatenmark und Paprikamark in einer großen Schüssel. Gib das heiße Wasser darüber, rühre gut um und decke die Schüssel ab. Lass alles 20 Minuten quellen, bis der Bulgur weich und das Wasser komplett aufgesogen ist.
2. Gemüse vorbereiten
Während der Bulgur quillt, schneidest du Frühlingszwiebeln, Gurke, Tomaten und Paprika in feine Würfel. Je kleiner, desto besser lässt sich der Salat später zu kleinen Häppchen formen.
3. Alles vermengen
Sobald der Bulgur abgekühlt ist, gibst du das geschnittene Gemüse sowie Petersilie und Minze dazu.
4. Dressing zubereiten und unterheben
Verrühre Olivenöl, Zitronensaft, Granatapfelsirup, Kreuzkümmel, Chiliflocken und Salz separat und gib es über den Salat. Vermenge alles gründlich mit den Händen, das funktioniert bei Kısır besser als mit einem Löffel, weil sich die Aromen so gleichmäßiger verteilen.
5. Ziehen lassen
Stell den Salat für mindestens 30 Minuten kalt, damit sich die Aromen setzen können. Vor dem Servieren nochmal abschmecken, oft braucht es dann noch etwas mehr Zitrone oder Salz.

Tipps vom Profi
Nar Ekşisi, der säuerliche Granatapfelsirup, ist die Zutat, die den entscheidenden Unterschied macht. Ohne ihn ist Kısır ein guter Salat, mit ihm wird er richtig gut. Du findest ihn in jedem türkischen Supermarkt in der Regel neben dem Essig.
Kısır schmeckt traditionell mit Salatblättern gegessen: Man nimmt einen Löffel Salat, wickelt ihn in ein Blatt und isst es wie eine kleine Rolle. Das hält den Salat auf dem Teller angenehm trocken und macht das Essen fast zum Fingerfood.
Der Salat hält sich im Kühlschrank locker 3 Tage und wird eher noch aromatischer. Frische Kräuter am besten erst kurz vor dem Servieren nochmal nachlegen, falls sie welk geworden sind.
Ein Salat für jeden Anlass
Kısır gehört zur Familie der Bulgursalate, die in der gesamten Levante und Anatolien verbreitet sind, ähnlich wie Tabbouleh, nur mit deutlich mehr Bulgur und weniger Petersilie im Verhältnis. In der Türkei ist er fester Bestandteil jeder größeren Familienfeier und wird oft in riesigen Mengen vorbereitet, weil er sich so gut hält.
Er ist außerdem ziemlich flexibel: Wer mag, gibt gehackte Walnüsse, Granatapfelkerne oder eingelegte Peperoni dazu. Es gibt kein wirklich falsches Kısır, solange Bulgur, Tomatenmark und viele Kräuter dabei sind.
Nährwerte (pro Portion, ca.)
190 kcal, 4 g Protein, 28 g Kohlenhydrate, 8 g Fett, 5 g Ballaststoffe.
Vegan.
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